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Eisen

Auch bekannt als Iron, Eisenbisglycinat, Eisensulfat

Spurenelement, das der Körper für den roten Blutfarbstoff braucht. Eisenmangel ist der häufigste Nährstoffmangel weltweit, vor allem bei Frauen mit Menstruation.

sportrelevantNebenwirkungsrisiko mittelBewertung als Entwurf · nicht fachlich geprüft
Ernährung✓ Vegan✓ Vegetarisch✓ Pescetarisch✓ Halal

Steckbrief

Einordnung
Essenzielles Spurenelement
Natürliches Vorkommen
Fleisch, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Haferflocken, Kürbiskerne. Eisen aus Fleisch wird besser aufgenommen als aus Pflanzen.
Typische Anwendung
Ausgleich eines nachgewiesenen Eisenmangels, Blutarmut, Müdigkeit bei niedrigem Ferritin
Wirkmechanismus
Baustein von Hämoglobin und Myoglobin, die Sauerstoff im Blut und im Muskel transportieren. Außerdem Teil vieler Enzyme der Energiegewinnung.
Darreichungsformen
4 Formen im Vergleich ↓
Preis je wirksamer Tagesdosis
Keine geprüfte Preisquelle hinterlegt
Letzte wissenschaftliche Prüfung
Noch nicht geprüft

Formen im Vergleich

4 Formen
Unsere Empfehlung

Eisen(II)-Salze wie Sulfat, Fumarat und Gluconat werden gut aufgenommen und sind die Standardformen. Eisenbisglycinat wird oft besser vertragen, sodass eine niedrigere Dosis reichen kann. Wichtiger als die Form sind Dosis und Abstand: Eisen jeden zweiten Tag wird in Studien besser aufgenommen als täglich.

Bioverfügbarkeit heißt: wie viel des eingenommenen Stoffs tatsächlich im Körper ankommt. Der Eisenanteil gibt an, wie viel des eigentlichen Wirkstoffs in der Verbindung steckt. Achte auf der Packung auf diese Menge, nicht auf das Gewicht der ganzen Verbindung.

Eisen(II)-sulfat

Bioverfügbarkeit gut

Referenzform der meisten Studien und Leitlinien, sehr günstig. Verursacht häufig Magen-Darm-Beschwerden.

Empfehlung: Bewährte Standardform; bei Beschwerden jeden zweiten Tag einnehmen.

Eisen(II)-fumarat

Bioverfügbarkeit gut

Viel Eisen pro Tablette, ähnlich gut aufgenommen wie Sulfat. Ähnliche Nebenwirkungen.

Empfehlung: Gute Standardform.

Eisen(II)-gluconat

Bioverfügbarkeit gut

Gut aufgenommen, wenig Eisen pro Tablette. Bei gleicher Eisenmenge nicht besser verträglich.

Empfehlung: Gute Form, aber viele Tabletten nötig.

Eisenbisglycinat

Bioverfügbarkeit gut

An Glycin gebunden. In Studien in der Schwangerschaft reichte eine niedrigere Dosis für ähnliche Blutwerte, mit weniger Magen-Darm-Beschwerden.

Empfehlung: Gute Wahl bei empfindlichem Magen.

Anteile sind Richtwerte und hängen etwa davon ab, ob eine Verbindung wasserfrei oder wasserhaltig ist. Studien zur Bioverfügbarkeit auf PubMed

Wirkungen

3 Bewertungen, sortiert nach Evidenz

Blutarmut (Anämie)

Blut & EisenstatusverbessertEntwurf · nicht fachlich geprüft
A · Effektstärke
61/100deutlich
0kleinmoderatdeutlich100
E 62 (MD 5,30, umgerechnet) · R 60 (Relevanz)
B · Evidenz
Moderat (GRADE)
67 Humanstudien · abgewertet wegen Risiko für Bias

Tägliches Eisen hebt den Hämoglobinwert im Mittel um etwa 5 g/l und senkt das Risiko für Blutarmut um rund 60 %. Am stärksten profitieren Frauen mit Eisenmangel. Der Nachteil sind häufigere Magen-Darm-Beschwerden.

HauptpopulationMenstruierende Frauen
MessgrößeHämoglobin im Blut, Anteil Personen mit Anämie
Relevante MindeständerungAnstieg um ca. 10 g/l gilt als Ansprechen auf eine Eisentherapie
Studienlage ansehen (1 Einträge)
StudieDesignnEffekt [95 %-KI]PopulationQuelle
Low MS et al. (2016): Daily iron supplementation for improving anaemia, iron status and health in menstruating women
Hämoglobin (g/l)
Systematischer Review, k = 6785065,30 [4,14; 6,45] MDMenstruierende Frauen von 12 bis 50 Jahren, mit und ohne MangelDOI

Müdigkeit & Erschöpfung

Kognition & Stressverbessertnur bei Mangel untersuchtEntwurf · nicht fachlich geprüft
A · Effektstärke
46/100moderat
0kleinmoderatdeutlich100
E 57 (SMD 0,38) · R 35 (Relevanz)
B · Evidenz
Moderat (GRADE)
4 Humanstudien · abgewertet wegen Unpräzision

Bei Eisenmangel ohne Blutarmut verringert Eisen die selbst empfundene Müdigkeit spürbar, aber moderat. Ohne Mangel ist kein Nutzen zu erwarten.

HauptpopulationErwachsene mit Eisenmangel ohne Anämie
MessgrößeFatigue-Fragebögen, z. B. Piper Fatigue Scale
Relevante Mindeständerungca. 0,5 Standardabweichungen
Studienlage ansehen (1 Einträge)
−0,50,00,51,0Houston BL et al. 2018← spricht für Placebospricht für Eisen →
StudieDesignnEffekt [95 %-KI]PopulationQuelle
Houston BL et al. (2018): Efficacy of iron supplementation on fatigue and physical capacity in non-anaemic iron-deficient adults: a systematic review of randomised controlled trials
Selbst berichtete Müdigkeit (4 Studien, 714 Teilnehmende)
Metaanalyse, k = 1811700,38 [0,23; 0,52] SMDErwachsene mit Eisenmangel ohne Anämie, überwiegend FrauenDOI

Ausdauerleistung

Ausdauerkein Effektnur bei Mangel untersuchtEntwurf · nicht fachlich geprüft
A · Effektstärke
11/100klein
0kleinmoderatdeutlich100
E 22 (SMD 0,11) · R 0 (Relevanz)
B · Evidenz
Niedrig (GRADE)
9 Humanstudien · abgewertet wegen Inkonsistenz, Unpräzision

Über alle Erwachsenen mit Eisenmangel ohne Anämie verbessert Eisen die maximale Sauerstoffaufnahme nicht messbar. Bei Ausdauersportlern mit Mangel deuten Studien auf einen Vorteil hin, die Ergebnisse sind aber widersprüchlich.

Widersprüche: Eine Metaanalyse nur mit Ausdauersportlern (Burden et al. 2015) fand eine moderate Verbesserung der VO₂max (g = 0,61). Die strengere Analyse randomisierter Studien (Houston et al. 2018) fand keinen Effekt.

HauptpopulationEisenmangel ohne Anämie
MessgrößeZeitfahren, Zeit bis zur Erschöpfung, VO₂max
Relevante Mindeständerungca. 1–2 % im Zeitfahren
Studienlage ansehen (2 Einträge)
−0,50,00,51,0Burden RJ et al. 2015Houston BL et al. 2018← spricht für Placebospricht für Eisen →
StudieDesignnEffekt [95 %-KI]PopulationQuelle
Burden RJ et al. (2015): Is iron treatment beneficial in, iron-deficient but non-anaemic (IDNA) endurance athletes? A systematic review and meta-analysis
VO₂max
Metaanalyse–0,61 [0,40; 0,82] Hedges gAusdauersportler mit Eisenmangel ohne AnämieDOI
Houston BL et al. (2018): Efficacy of iron supplementation on fatigue and physical capacity in non-anaemic iron-deficient adults: a systematic review of randomised controlled trials
VO₂max (9 Studien, 235 Teilnehmende)
Metaanalyse, k = 1811700,11 [−0,15; 0,37] SMDErwachsene mit Eisenmangel ohne Anämie, überwiegend FrauenDOI

Weitere Studien auf PubMed

Metaanalysen, Reviews und RCTs am Menschen

Automatisch aus PubMed geladen und nach Relevanz sortiert. Diese Liste ist noch keine Bewertung: Sie zeigt, was erforscht wurde, nicht ob es wirkt.

Dosierung

MengeZeitpunktDauerZielgruppeForm
60–120 mg elementares Eisenmorgens nüchtern oder mit einem Vitamin-C-haltigen Getränk; nicht zusammen mit Kaffee, Tee, Milch oder Calciummeist etwa 3 Monate, Kontrolle der Blutwerte nach 4–8 WochenErwachsene mit nachgewiesenem Eisenmangel, Dosis ärztlich festgelegt–
keine Ergänzung empfohlen––Gesunde ohne nachgewiesenen Mangel: Eisen nur nach Laborwert (Ferritin) einnehmen–

Risiken & Wechselwirkungen

  • ÜberdosierungDauerhafte Einnahme ohne Mangel kann zu Eisenüberladung führen und Leber, Herz und Bauchspeicheldrüse schädigen.erhöht
  • Kinder & JugendlicheEisentabletten sind eine häufige Ursache schwerer Vergiftungen bei Kleinkindern. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.erhöht
  • VorerkrankungenBei Hämochromatose, Thalassämie oder häufigen Bluttransfusionen nur ärztlich begleitet einnehmen.erhöht
  • WechselwirkungVermindert die Aufnahme von Schilddrüsenhormonen (L-Thyroxin), einigen Antibiotika (Tetrazykline, Chinolone) und Levodopa. Calcium, Kaffee, Tee, Milch und Säureblocker hemmen die Eisenaufnahme. Etwa 2–4 Stunden Abstand halten.mittel
  • NebenwirkungVerstopfung, Durchfall, Bauchschmerzen und dunkler Stuhl. In der Cochrane-Analyse traten Magen-Darm-Beschwerden etwa doppelt so oft auf wie mit Placebo. Einnahme jeden zweiten Tag wird oft besser vertragen.gering

Bei Schwangerschaft, Vorerkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme vor der Einnahme ärztlich oder in der Apotheke beraten lassen.